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Ligny

Am Morgen des 16. Juni waren bereits sämtliche Kräfte Wellingtons in Bewegung auf Nivelles und Quatre Bras.  Pictons Division hatte  Brüssel bereits in den frühen Morgenstunden verlassen und befand sich auf der Strasse nach Charleroi. Um drei Uhr Morgens erreichte Perponcher Quatre Bras um die Stellungen zu sichern. Um sechs Uhr erreichte der Prinz von Oranien Quatre Bras

Wellington und sein Stab verliessen ebenfalls Brüssel und trafen gegen 10:00 Morgens in Quatre Bras ein. Wellington ritt zu den verschiedenen Stellungen und kehrte nach Quatre Bras zurück, um Perponcher den Auftrag zu erteilen, sich hier mit seinen 7.000 Mann so lange zu halten, bis die englische Unterstützung einträfe. Dann gab er seinen Offizieren den Befehl zu schnell wie möglich nach Quatre Bras zu marschieren. Allerdings kann es sich hierbei wieder um britische Legendenbildung handeln. Es ist eher wahrscheinlicher, dass die "Niederländer" auf eigene Initiative des Prinzen von Oranien handelten. Wellington hatte zu lange gezögert, ohne diese Eigeninitiative wäre Quatre Bras ein Fiasko gewesen.

Wellington erkannte, dass die preußischen Meldungen vom Anrücken der gesamten französischen Armee keineswegs übertrieben waren und dass er durch sein Zögern kostbare Zeit verloren hatte.

 

Während der französische Kaiser Ney mit 45.000 Mann links gegen Quatre Bras auf der Brüsseler Straße vorschickte, um Wellingtons Armee festzuhalten, wollte er sich selbst mit dem Gros der Armee (65.000 Mann) auf die Preußen stürzen.
Ligny
Napoleon hatte an diesem Tag schon recht früh die Stellung der Preußen erkunden lassen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich nur das Korps von Zieten bei St. Amand, die restlichen preußischen Korps befanden sich noch im Anmarsch. Der Kaiser nahm daher an, dass ihn hier und auf dem Weg nach Brüssel kein nachhaltiger Widerstand erwartete. Deshalb glaubte er, seine Truppen noch schonen zu können. Man hatte diesen Gedanken so verinnerlicht, dass man sogar schon die Pamphlete für die Belgier und Rheinländer druckte.

Erst zwischen 8:00 und 9:00 Uhr ließ Napoleon unter Befehl des Marschalls Grouchy die Korps Vandamme, Gérard, die Garden und die Reserve-Kavallerie aufbrechen und langsam auf der Strasse gegen Sombreffe vorrücken. Das Korps von Lobau stand einige Stunden zurück in Reserve. Bald stieß man auf die preußische Stellung. Vandamme ließ zuerst seine Plänkler vorziehen und gegen St. Amand anrücken.

Napoleon erkannte erst jetzt, dass er es mit mehr als nur einem preußischen Korps zu tun hatte und befahl Ney gegen Bry vorzugehen.

Blüchers Streitkräfte, die Korps Zietens, Pirchs und Thielmanns, 83.000 Mann (das Korps Bülows erreichte das Schlachtfeld nicht mehr, es war eigentlich vollkommen klar, dass Bülow nicht mehr zur Schlacht kommen konnte, daher ja auch die ebenso umstrittene Diskussion um die versprochene Hilfe Wellingtons - Blücher mit Truppen zu unterstützen), standen bei den Dörfern Ligny., St.-Amand und Bry zu beiden Seiten eines von einer Talschlucht gebildeten Defilees, Zieten und Pirch westlich, Thielmann auf dem linken Flügel östlich desselben.

Ein eventueller Rückzug an die Maas sowie die Verbindung mit Wellington waren gesichert. Der Herzog hatte überdies die Zusage gegeben, von Quatre Bras her vorzurücken und an der Schlacht teilzunehmen. Er versprach den Preußen mit seinen Soldaten rechzeitig zur Stelle zu sein um Napoleon schlagen zu können, obwohl ihm klar gewesen sein musste, dass sie es nicht mehr rechtzeitig schaffen konnten.

Am Morgen des 16. Juni verließen Wellington und sein Stab Brüssel und trafen gegen 10:00 Morgens in Quatre Bras ein. Er ritt zu den verschiedenen Stellungen und kehrte nach Quatre Bras zurück, um Perponcher den Auftrag zu erteilen, sich hier mit seinen 7.000 Mann so lange zu halten, bis die englische Unterstützung einträfe. Dann gab er seinen Offizieren den Befehl zu schnell wie möglich nach Quatre Bras zu marschieren. Allerdings kann es sich hierbei wieder um britische Legendenbildung handeln. Es kann sehr gut sein, dass die "Niederländer" auf eigene Initiative des Prinzen von Oranien handelten. Wellington hatte zu lange gezögert, ohne diese Eigeninitiative wäre Quatre Bras ein Fiasko gewesen.

Wellington erkannte, dass die preußischen Meldungen vom Anrücken der gesamten französischen Armee keineswegs übertrieben waren und dass er durch sein Zögern kostbare Zeit verloren hatte.

Während der französische Kaiser Ney mit 45.000 Mann links gegen Quatre Bras auf der Brüsseler Straße vorschickte, um Wellingtons Armee festzuhalten, wollte er sich selbst mit dem Gros der Armee (65.000 Mann) auf die Preußen stürzen.

Napoleon hatte an diesem Tag schon recht früh die Stellung der Preußen erkunden lassen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich nur das Korps von Zieten bei St. Amand, die restlichen preußischen Korps befanden sich noch im Anmarsch. Der Kaiser nahm daher an, dass ihn hier und auf dem Weg nach Brüssel kein nachhaltiger Widerstand erwartete. Deshalb glaubte er, seine Truppen noch schonen zu können. Man hatte diesen Gedanken so verinnerlicht, dass man sogar schon die Pamphlete für die Belgier und Rheinländer druckte.

Erst zwischen 8:00 und 9:00 Uhr ließ Napoleon unter Befehl des Marschalls Grouchy die Korps Vandamme, Gérard, die Garden und die Reserve-Kavallerie aufbrechen und langsam auf der Strasse gegen Sombreffe vorrücken. Das Korps von Lobau stand einige Stunden zurück in Reserve. Bald stieß man auf die preußische Stellung. Vandamme ließ zuerst seine Plänkler vorziehen und gegen St. Amand anrücken.

Napoleon erkannte erst jetzt, dass er es mit mehr als nur einem preußischen Korps zu tun hatte und befahl Ney gegen Bry vorzugehen.

Blüchers Streitkräfte, die Korps Zietens, Pirchs und Thielmanns, 83.000 Mann, standen bei den Dörfern Ligny., St.-Amand und Bry zu beiden Seiten eines von einer Talschlucht gebildeten Defilees, Zieten und Pirch westlich, Thielmann auf dem linken Flügel östlich desselben.

Ein eventueller Rückzug an die Maas sowie die Verbindung mit Wellington waren gesichert. Der Herzog hatte überdies die Zusage gegeben, von Quatre Bras her vorzurücken und an der Schlacht teilzunehmen. Er versprach den Preußen mit seinen Soldaten rechzeitig zur Stelle zu sein um Napoleon schlagen zu können, obwohl ihm klar gewesen sein musste, dass sie es nicht mehr rechtzeitig schaffen konnten.

Napoleon rückte erst spät gegen den Feind an, und erst nach 14:00 Uhr erfolgte der erste Angriff auf die preußische Stellung. General Gérard führte mit dem IV. französischen Korps den Angriff.

Der 12. Infanteriedivision unter Pêcheux gelang der Einbruch bis zur Kirche des Dorfes, erlitten jedoch in kurzer Zeit hohe Verluste. Über 500 Mann, darunter 20 Offiziere, fielen in den ersten Minuten, während sich der Rest wieder zurückziehen musste.

Es entspann sich nun ein vierstündiger erbitterter Kampf um die Dörfer St.-Amand und besonders um Ligny, der von beiden Seiten mit großer Ausdauer geführt wurde. Zahlreicher Häuser von Ligny wurden zerstört als Napoleon die Geschütze der Garde heranzog um den Angriff zu unterstützen.

Doch verbrauchte Blücher, der sich nicht auf die Defensive beschränkte, durch hitzige Angriffe seine Truppen allzu rasch, so dass er schließlich bloß noch acht frische Bataillone hatte.

Gegen 17:30 hielt Napoleon den Zeitpunkt für gekommen um entschieden gegen das gegnerische Zentrum vorzugehen, als er eine alarmierende Nachricht von Vandamme erhielt: An der linken französischen Flanke erschienen mehrere Tausend feindliche Soldaten! Tatsächlich handelte es sich um das I. Korps von d'Erlon, welches eigentlich der rechten preußischen Flanke in den Rücken fallen sollte. Napoleon hatte zwar zwei Stunden vorher einen entsprechenden Befehl an Ney geschickt, rechnete aber nicht mit dem schnellen Erscheinen und schon gar nicht an dieser Stelle. Schuld daran war aber nicht Ney, sondern der Bote, der Comte de la Bédoyère, der auf seinem Weg zum Marschall auf das I. Korps stieß und diesem eigenmächtig, da d'Erlon genau in diesem Moment einen Aufklärungsritt in Richtung Quatre Bras unternommen hatte, anwies nach Osten zu marschieren.

Genau an dieser Stelle der Schlacht entzweien sich wieder die Experten. Klar ist, dass Ney am Morgen den vagen Befehl erhielt Quatre Bras einzunehmen. Sicher ist auch die Präzisierung des Befehls um 14:00 Uhr, in dem Napoleon seinen Marschall auffordert sich nach der Einnahme des Ortes nach Ligny zu wenden und wenig später modifiziert er den Befehl nochmals und befiehlt, dass nur wenige Soldaten Wellington bei Quatre Bras aufhalten und das Gros der Armee bei Ligny gegen die Preußen marschieren sollen.

Anlass für zahlreiche Spekulationen gibt eine leider nicht erhaltene, falls es sie jemals gegeben hat, Nachricht von 15:30, in der explizit das I. Korps angefordert wird. Ney hatte entweder die ominöse Notiz noch nicht erhalten oder durchschaute den Plan des Kaisers nicht, als er über das Abrücken des I. Korps informiert wurde. Sofort befahl er d'Erlon zur sofortigen Umkehr nach Quatre Bras. d'Erlon ritt zu seinem Korps zurück, welches sich mittlerweile schon auf wenige Kilometer Ligny genähert hatte, und befahl eine erneute Wende. Aus welchen Gründen auch immer versäumte er eine Kontaktaufnahme zu Vandamme, weshalb er von diesem als Gegner identifiziert wurde.

Dieses Durcheinander führte schließlich dazu, dass das I. Korps an diesem Tag weder den Preußen bei Ligny in den Rücken fallen, noch gegen Wellington bei Quatre Bras eingesetzt werden konnte.

Während die Franzosen mit sich selbst beschäftigt waren, erhielt Blücher die Nachricht, dass Wellington selbst in heftige Gefechte verwickelt war und Ligny nicht mehr erreichen konnte. Auf sich alleine gestellt startete Blücher einen Angriff auf die linke Flanke der Franzosen.

Napoleon beschloss nun um 20:00 Uhr, mit der Garde und der schweren Reiterei einen Stoß auf Ligny zu versuchen. Ligny wurde erstürmt, das feindliche Zentrum durchbrochen und die von allen Seiten zusammengedrängten preußischen Vierecke durch Milhauds Kürassiere niedergeritten.

Blücher stürztIn dieser Krise setzte sich Blücher selbst an die Spitze der wenigen noch vorhandenen Reiterei und versuchte Milhaud zurückzuwerfen, aber er stürzte und lag bewusstlos unter seinem Pferd. Blücher verdankte nur der Dunkelheit und der Entschlossenheit seines Adjutanten Graf Nostitz und dem Major von dem Bussche-Ippenburg seine Rettung.

Die Preußen verloren an diesem Tag 12.000 Mann an Toten und Verwundeten und 21 Geschütze, während der Verlust der Franzosen sich auf 8.000 Mann belief. Blüchers Armee war entschieden geschlagen und am Rande der Auflösung.

Während Blücher auf dem Schlachtfeld verschollen war, mussten die preußischen Offiziere eine Entscheidung treffen. Gneisenau war der älteste General. Er musste, da der Oberbefehlshaber nicht auffindbar war, die notwendige Entscheidung treffen.

Um die Armee zu retten gab es nur eine Möglichkeit: Der natürliche Rückzugsweg zum Rhein musste eingeschlagen werden. Dort konnte man sich in Sicherheit sammeln und später wieder gegen Napoleon vorgehen. Doch Gneisenau entschied anders! Nach Tilly und Wavre sollte sich die Armee zurückziehen und damit höchst wahrscheinlich sichere Verpflegung, Nachschub und Unterstützung aufgeben. Die Preußen gingen damit ein großes Risiko ein, aber nur so konnte man in den nächsten Tagen gemeinsam mit den Engländern den entscheidenden Schlag wagen und Napoleon nicht das Feld überlassen.

Vielleicht hatte man aus der österreichischen Niederlage bei Fleurus gelernt. Am 26. Juni 1794 fand im belgischen Fleurus, nicht weit von Ligny entfernt, eine Schlacht zwischen den revolutionären Franzosen und Österreichern statt. Die Niederlage der Österreicher an diesem Tag führte zum Rückzug über den Rhein und die anschließende Annexion der linken Rheinseite durch Frankreich. Dies durfte sich 1815 nicht wiederholen.

Die Preußen begannen, durch die hereinbrechende Nacht gedeckt, den Rückzug in geschlossenen Vierecken gegen Tilly und nicht nach Lüttich hin.

In Tilly traf in der Nacht auch Marschall Blücher mit seinem Adjutanten ein. Das Korps von Thielmann blieb die ganze Nacht in seiner alten Stellung. Erst gegen Tagesanbruch schloss es sich den anderen Korps an. Die Franzosen folgten nur halbherzig bis zur Chaussee von Sombreffe nach Quatre Bras. Dann hielten sie und verloren die Preußen aus den Augen.

Während sich der französische Kaiser mit den Preußen schlug, fand wenige Kilometer entfernt eine weitere Schlacht statt.