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Wellesley, Arthur , 1st Duke of Wellington

Being born in a stable does not make one a horse. (Arthur Wellesley)

 Geboren am 30. April oder 1. Mai 1769 in Dublin als dritter überlebender Sohn von Garret Wesley, dem 1. Earl of Mornington. Die Wesleys, ab 1798 Wellesleys, entstammten einer alten, vermutlich normannischstämmigen Familie, die sich nicht mit der irischen Bevölkerung vermischt hat, weshalb sich AW nie als Ire betrachtet hat.
Er zeigte sich in seiner Jugend wenig vielversprechend, weshalb seine Familie ihn zur Armee schickte. Dort landete er nach einigen Umwegen (zB Militärakademie in Angers/Frankreich) beim 33rd Foot Regiment, mit dem er 1794 am erfolglosen Feldzug in Flandern teilnahm. Mit Ruhm bedeckte er sich erstmals in Indien, wo er ab 1799 als Divisionskommandant an den Kriegen gegen den Sultan von Mysore und die Mahratta-Fürsten teilnahm und diese für sich entschied. Später war er Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte in Indien – wobei es wohl auch kein Fehler war, daß sein älterer Bruder Richard zur gleichen Zeit Generalgouverneur war.
1805 kehrte er als Major General Sir Arthur Wellesley nach England zurück.
1806 heiratete er Catherine „Kitty“ Pakenham. Die Ehe verlief unglücklich, doch entsprangen ihr zwei Söhne, Arthur Richard und Charles Wellesley.
In England war er einige Zeit als MP für die konservativen Torys im British House of Commons tätig. Doch seine politische Karriere sollte vorerst nicht lange dauern, denn England brauchte seine Dienste im Krieg gegen das bonapartistische Frankreich.

He was just such a man as I had figured in my mind's eye, and I thought that the stranger would betray a grievous want of penetration who could not select the Duke of Wellington from amid five hundred in the same uniform. (Captain John Kincaid, 95th Rifles)

1807 war er an der wenig ruhmreichen Schlacht von Kopenhagen beteiligt, was ihm dennoch bald die Beförderung zum Lieutenant General einbrachte.
Auf der Iberischen Halbinsel hatten die Engländer gemeinsam mit den mit ihnen verbündeten Portugiesen zunächst mit wenig Erfolg den Landkrieg gegen Frankreich aufgenommen. Nach dem verlustreichen Rückzug der Briten nach Corunna 1809 und dem Tod des Oberbefehlshabers Sir John Moore wurde W. zum Oberbefehlshaber aller Britischen Truppen in Portugal ernannt.
Nachdem es W., seiner Armee und seinen Verbündeten gelungen war, Marshal Soults französische Armee vorerst aus Portugal zu vertreiben konnte er 1809 bei Talavera seinen ersten großen Sieg feiern. Aus Sir Arthur Wellesley wurde Viscount Wellington.

Andere bekannte Schlachten auf der Iberischen Halbinsel (Aufzählung nicht erschöpfend):
1810 Busaco
Torres Vedras
1811 Sabugal
Fuentes de Onoro
1812 Ciudad Rodrigo
Badajoz
Salamanca

In dieser Zeit wurde er zum General und Oberbefehlshaber aller verbündeten Streitkräfte und zunächst zum Earl und schließlich zum Marquess of Wellington ernannt.

1813
Vittoria
San Sebastian

Nachdem er die Franzosen erfolgreich nach Frankreich zurückgedrängt hatte, wurde er zum Field Marshall ernannt. Die entscheidende Niederlage konnten er und seine Truppen ihnen schließlich bei der Schlacht von Toulouse 1814 zufügen. Danach, nicht zuletzt aufgrund seiner Niederlagen auf anderen Kriegschauplätzen (Rußland) mußte Frankreich kapitulieren und Napoleon I ging nach Elba ins Exil.
Wellington wurde zum Duke of Wellington ernannt. Diesen Titel tragen seine Erben - meist Arthur genannt - noch heute.

Nothing except a battle lost can be half as melancholy as a battle won. (A.W.)

Zunächst war W. englischer Botschafter in Frankreich, später nahm er am Wiener Kongreß (1814 - 1815) teil, den er verlassen mußte, als Napoleon aus dem Exil zurückkehrte und schnell wieder die Herrschaft in Frankreich übernahm.
In Belgien sollte es bei der Schlacht von Waterloo 1815 zur ultimativen Entscheidung kommen, als Napoleon von einem Koalitionsheer aus Engländern, Preußen (Marschall Blücher) und anderen endgültig besiegt wurde und ins Exil nach St. Helena geschickt wurde. Doch es war ein teuer erkaufter Sieg unter hohen Verlusten. So verlor Wellington fast seinen gesamten Adjutantenstab. Aber seine Zeiten als Kriegsherr waren damit vorbei.

An extraordinary affair. I gave them their orders and they wanted to stay and discuss them. (A.W.)

Die zweite Lebenshälfte von Wellington war der Politik gewidmet, wo er zunächst einer der vielversprechendsten Vertreter der Torys war. Der Höhepunkt war seine Ernennung zum Premierminister 1828, wo er vor allem durch seine Erzkonservativität aufiel. Ironischerweise fiel unter seine Regierung die Catholic Emancipation, ein Akt, der den Katholiken in Großbritannien die fast vollen Bürgerrechte gewährte.
1830 stürzte Wellingtons Reformen nicht sonderlich zugeneigte Regierung. Als die Torys 1834 erneut an die Macht kamen, weigerte er sich, erneut Premierminister zu werden und überlies Robert Peel den Vortritt. Er übernahm einige andere Ämter und war, nach der Unterbrechung durch seine Zeit als Premierminister, erneut Oberbefehlshaber der Britischen Armee, diesmal auf Lebenszeit.
1846 zog er sich aus der Politik zurück und starb 1852. Seine letzte Ruhestätte fand er in St. Paul’s Cathedral, in der Nähe des anderen großen englischen Kriegshelden dieser Zeit, Admiral Nelson.

Bild mit freundlicher Genehmigung der Noel Collection.

 
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